Keine böse Überraschung im Lager: So vermeiden Sie gefährliche Zwischenfälle mit Chemikalien & Gefahrgut
Gefahrgut sicher lagern mit System ⇒ Chemikalienhandling leicht gemacht ✓ Risiken minimieren ✓ Vorschriften einhalten ✓ Jetzt vorbeugen!
Späne fliegen. Lacke stehen in Dosen. Alte Lösungsmittel lauern in Ecken. In vielen kleinen Werkstätten oder Betrieben türmen sich Chemikalien. Jeder Handgriff könnte zur Gefahr werden. Wenn dann Säure auf Öl trifft oder ein entzündliches Mittel neben Farbresten lagert, reicht schon ein Funke für einen Brand. Ohne Klarheit und Ordnung drohen Unfälle.
Unterschätzt und brandgefährlich: Warum falsche Lagerung in Werkstätten schnell zur Katastrophe wird
Zwischen Farbdosen, Sprayflaschen und Ölkanistern schlummert oft eine explosive Mischung. Viele kleine Betriebe und Werkstätten lagern ihre Chemikalien einfach dort, wo Platz ist – im Regal, in der Ecke, im Abstellraum. Auf den ersten Blick scheint das harmlos. Doch genau diese Sorglosigkeit birgt enormes Risiko. Wer denkt, „solange nichts umkippt, ist alles gut“, übersieht die Realität. Schon geringe Mengen falsch gelagerter Stoffe können Brände, Reizgasbildung oder Explosionen auslösen.
Der Umgang mit Chemikalien erfordert Aufmerksamkeit, und gerade dort, wo Routine herrscht, fehlt sie am häufigsten. In großen Unternehmen sorgen Sicherheitsbeauftragte und geprüfte Gefahrstoffräume für klare Strukturen. Kleine Werkstätten dagegen improvisieren – aus Platzmangel, Zeitdruck oder Unwissen. Dabei schreiben die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 510) und die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) klare Vorgaben vor: Nur wer Lagerklassen beachtet, Stoffe trennt und Kennzeichnungen nutzt, lagert sicher. Schnell wird aus einem bunten Sammelsurium ein gefährlicher Cocktail. Wer sich absichern will, findet im Gefahrstoff- und Gefahrgut-Ratgeber wertvolle Orientierung und praxisnahe Tipps.
Viele vergessen, dass „Lagern“ laut Vorschrift bereits beginnt, wenn Chemikalien länger als 24 Stunden bereitstehen. Es geht also nicht um Lagerhallen, sondern um jede Werkbank, jeden Abstellschrank. Gerade in kleinen Betrieben entstehen die meisten Unfälle durch Unachtsamkeit. Alte Lackreste stehen neben Verdünnern, Putzmittel neben Ölen – das ist ein Rezept für Reaktionen, die niemand kontrollieren kann.
Gängige Fehler vermeiden durch klare Kennzeichnung
Ein kleiner Aufkleber kann über Sicherheit oder Chaos entscheiden. In vielen Werkstätten stapeln sich nicht gekennzeichnete Kanister, Dosen und Flaschen. Auf den ersten Blick scheint das harmlos, doch in Wahrheit ist jede fehlende Kennzeichnung eine Einladung zum Unfall. Wenn niemand weiß, ob eine Flüssigkeit ätzend, brennbar oder giftig ist, wird jeder Handgriff zum Risiko.
Jede Chemikalie braucht ein Gesicht – klar lesbar, dauerhaft und eindeutig. Auf jedes Gebinde gehören Produktname, Gefahrensymbole, Lagerklasse, Haltbarkeitsdatum und Hersteller. Auch kleine Mengen verdienen dieselbe Sorgfalt. Wer sich diese Routine aneignet, schafft Transparenz und Sicherheit zugleich.
Praktische Sofortmaßnahme: Kennzeichnung prüfen
Gehen Sie Ihren Bestand einmal durch. Jede Dose, jedes Glas, jeder Kanister ohne Etikett gehört sofort neu beschriftet oder entsorgt. Verwenden Sie beständige Etiketten aus Kunststoff, die Lösungsmittel und Feuchtigkeit aushalten. Schreiben Sie mit wasserfestem Stift oder nutzen Sie vorgedruckte Gefahrstoffetiketten. So bleibt auch nach Monaten lesbar, was im Behälter steckt.
Ein weiterer Punkt: Die Kennzeichnung muss sichtbar bleiben. Wird ein Etikett durch Staub, Öl oder Farbe unlesbar, hilft kein gutes System. Reinigen Sie regelmäßig die Behälter, tauschen Sie beschädigte Aufkleber aus und dokumentieren Sie jede Änderung. Diese Ordnung sorgt dafür, dass auch Vertretungen oder neue Mitarbeitende sofort erkennen, womit sie arbeiten.
Häufiger Fehler: Wiederverwendete Behälter
Altbekannte Plastikflaschen oder Glasgefäße wirken praktisch, doch sie sind tückisch. Reste aus vorherigen Chemikalien können mit neuen Stoffen reagieren. Außerdem verwechselt man leicht eine alte Getränkeflasche mit Wasser – und greift versehentlich zur Säure. Nutzen Sie ausschließlich Originalverpackungen oder geprüfte Gefahrstoffbehälter.
Wer Gebinde regelmäßig kontrolliert, erkennt Schäden frühzeitig. Tropfende Verschlüsse oder weiche Wände sind Warnsignale. Austretende Flüssigkeiten gehören sofort aufgenommen, der Behälter ersetzt. Eine einfache Checkliste hilft, den Überblick zu behalten: Ist alles dicht? Sind Etiketten lesbar? Stimmen Inhalte und Beschriftung überein?
